Lokale SEO in der Schweiz: Google, local.ch und search.ch.

Wer einen Dienstleister in der Nähe sucht, entscheidet oft, bevor er eine Website öffnet: Er schaut sich das Profil an, die Öffnungszeiten, die Bewertungen. Was du prüfen solltest, wo und wie oft.

81%

der Suchanfragen in der Schweiz laufen über Google. Bing kommt auf rund 11%.

StatCounter, August 2026

Kurz gesagt

  • In der Schweiz laufen 81% der Suchanfragen über Google: Dein Google Unternehmensprofil ist das Erste, worum du dich kümmern solltest.
  • Google ordnet lokale Ergebnisse nach Relevanz, Entfernung und Bekanntheit. Einen Platz auf Maps kann man nicht kaufen, das schreibt Google selbst.
  • Name, Adresse, Telefon und Öffnungszeiten müssen auf Google, Bing, Apple Maps, local.ch, search.ch und deiner Website identisch sein.
  • Um Bewertungen bittest du alle Kunden, ohne Gegenleistung. Nur zufriedene Kunden zu fragen, ist verboten.

Nehmen wir eine Garage in Biasca. Auf Google stimmen die Öffnungszeiten am Samstag: geschlossen. Auf local.ch stehen noch die alten, offen bis Mittag. Ein Kunde schaut auf local.ch, kommt um zehn mit den Winterpneus im Kofferraum und steht vor verschlossenem Tor. Am Abend gibt er auf Google einen einzigen Stern. Auch das ist lokale SEO: der Teil, den niemand macht.

Lokale SEO ist die Arbeit, die dafür sorgt, dass du erscheinst, wenn jemand einen Dienstleister in der Nähe sucht: auf Google Maps, in Verzeichnissen wie local.ch und search.ch und immer öfter in den Antworten der KI. Sie besteht aus wenig spektakulären Dingen: überall gleiche Angaben, Bewertungen, Öffnungszeiten an Feiertagen. Zwischen 2025 und 2026 sind sie wichtiger geworden, und um sie in Ordnung zu halten, reicht eine Stunde im Monat.

Wie Google auswählt, wen es in deiner Nähe zeigt

In der Schweiz liefen im August 2026 81% der Suchanfragen über Google und rund 11% über Bing1. Wenn deine Kundschaft aus der Region kommt, kümmerst du dich deshalb zuerst um dein Google Unternehmensprofil: den Eintrag mit Adresse, Öffnungszeiten, Fotos und Bewertungen, der auf Maps und neben den Suchergebnissen erscheint.

Google erklärt, wie es die Unternehmen auswählt, die es anzeigt. Es achtet auf drei Dinge2:

  • Relevanz. Wie gut dein Profil zu dem passt, was die Person sucht. Hier zählen die richtige Kategorie, ausgeschriebene Dienstleistungen und eine klare Beschreibung.
  • Entfernung. Wie weit du von der suchenden Person entfernt bist. Daran kannst du nichts ändern.
  • Bekanntheit. Wie bekannt du bist. Laut Google zählen auch die Anzahl Websites, die auf dich verlinken, und die Anzahl Bewertungen.

«Es ist nicht möglich, ein besseres lokales Ranking bei Google anzufordern oder zu kaufen.»

Denk daran, wenn dich das nächste Mal jemand anruft, um dir «den ersten Platz auf Maps» zu verkaufen. Den kann man nicht kaufen. Du arbeitest an der Relevanz und an der Bekanntheit, und dort kannst du einiges tun. Google ergänzt, dass vollständige und genaue Profile eher angezeigt werden, und nennt ausdrücklich die besonderen Öffnungszeiten2.

Was sich bei den Profilen zwischen 2025 und 2026 geändert hat

Für ein KMU gibt es drei Neuerungen, und alle zeigen in dieselbe Richtung: Was in deinem Profil steht, zählt immer mehr.

Fragen und Antworten verschwinden

Jahrelang gab es unter dem Profil einen Bereich, in dem jeder eine Frage stellen konnte («Habt ihr Parkplätze?») und jeder antworten konnte, auch völlig daneben. Am 3. November 2025 hat Google die technische Schnittstelle abgeschaltet, über die externe Programme diesen Bereich verwalteten, weil die Funktion überarbeitet wird3. Im Dezember hat Google laut dem Fachportal PPC Land angekündigt, den Bereich auch aus den Profilen zu entfernen: An seine Stelle tritt eine Schaltfläche, mit der man Google fragt, und die KI antwortet auf Basis der Antworten des Inhabers und der Bewertungen4.

Für dich heisst das: Was Kunden dort gefragt haben, gehört ins Profil und auf die Website. Parkplätze, rollstuhlgängiger Zugang, Zahlung mit TWINT, gesprochene Sprachen. Steht es nirgends, hat die Antwort keine Grundlage.

Ein Assistent mit KI in Maps

Im März 2026 hat Google Ask Maps vorgestellt, einen Assistenten in Google Maps, dem man lange Fragen stellt, wie einem Menschen. Für die Antworten nutzt er Daten zu über 300 Millionen Orten und die Bewertungen der Community5. Gestartet ist er in den USA und in Indien, im August kam er auf Englisch in über 150 Länder6. Eine offizielle Bestätigung für die Schweiz haben wir nicht gefunden, aber die Richtung ist klar: Die Antworten über dich entstehen aus deinem Profil und deinen Bewertungen.

Apple Maps zieht um

Seit dem 14. April 2026 verwaltest du das Profil deines Unternehmens auf Apple Maps über Apple Business, einen kostenlosen Dienst, der Apple Business Connect abgelöst hat7. In der Schweiz ist die Verwaltung von Standorten verfügbar8. Dieses Profil sieht, wer auf dem iPhone mit der App Karten sucht: Hast du es nie geöffnet, weisst du nicht, was dort steht.

local.ch, search.ch und Co.: überall dieselben Angaben

Google ist nicht der einzige Ort, an dem man eine Nummer oder Öffnungszeiten nachschlägt. local.ch und search.ch, beide von localsearch betrieben, geben eine grosse Reichweite an.

1,7 Millionen

Personen in der Schweiz erreicht local.ch, mit 21 Millionen Seitenaufrufen im Monat.

localsearch, Daten 2022 und 2023

1,8 Millionen

Personen erreicht search.ch, mit 39 Millionen Seitenaufrufen im Monat.

localsearch, Daten 2022 und 2023

Das sind Angaben des Anbieters, mit Daten von vor einigen Jahren (Mediapulse 2022, Google Analytics 2023)910. Praktisch ist: Der Grundeintrag ist kostenlos, und ein Eintrag, den du auf local.ch erfasst, erscheint auch auf search.ch10.

Entscheidend ist aber nicht, wie viel Gewicht jedes Verzeichnis hat. Ein Kunde kann dich in jedem davon finden, und die Antworten der KI setzen zusammen, was im Web über dich steht11. Passen zwei Quellen nicht zusammen, steht jemand vor verschlossenem Tor.

Wo du deine Angaben prüfen solltest
WoWas prüfenWarum
Google UnternehmensprofilKategorie, Öffnungszeiten und besondere Öffnungszeiten, Telefon, Dienstleistungen, FotosÜber Google laufen 81% der Suchanfragen in der Schweiz
Bing PlacesDieselben Angaben wie auf GoogleMicrosoft empfiehlt den Eintrag für die KI-Antworten von Bing12
Apple BusinessDas Profil auf Apple Maps: Öffnungszeiten, Fotos, WebsiteHat im April 2026 Business Connect abgelöst
local.ch und search.chEin einziger Eintrag: Name, Adresse, Telefon, ÖffnungszeitenDer Grundeintrag ist kostenlos
Deine WebsiteAdresse, Einzugsgebiet und Öffnungszeiten als Text, nicht in einem BildDie einzige Quelle, die du ganz im Griff hast
Portale und Verbände deiner BrancheName und Adresse genau wie überall sonstSie zählen für die Bekanntheit
Quellen: StatCounter, Microsoft Bing, Apple, localsearch, Google. Die Auswahl der Orte stammt von uns.

Eine praktische Regel: Leg einmal fest, wie dein Name und deine Adresse geschrieben werden, und verwende sie überall genau gleich. Heisst du auf Google «Garage Castagno SA» und auf local.ch «Castagno Auto», versteht ein Mensch, dass es dasselbe Unternehmen ist. Ein Programm, das Quellen vergleicht, nicht unbedingt.

Bewertungen: wie du darum bittest, ohne Regeln zu verletzen

Bewertungen zählen doppelt. Einmal für Google, das schreibt, dass mehr Bewertungen und positive Wertungen das lokale Ranking verbessern2. Und einmal für die Kunden: In den USA lesen 97% Bewertungen, bevor sie ein Unternehmen in der Nähe wählen, und 74% suchen nach Bewertungen aus den letzten drei Monaten13. Zehn schöne Bewertungen von vor drei Jahren sagen wenig.

Hier machen viele in gutem Glauben Fehler. Die Regeln von Google verbieten drei Dinge, die ganz normal wirken14:

  • Etwas als Gegenleistung geben. Ein Rabatt, eine Gratisleistung, ein Geschenk: jeder Anreiz für eine Bewertung.
  • Nur zufriedene Kunden fragen. Google verbietet, «selektiv positive Bewertungen einzuholen» und von negativen abzuhalten.
  • Druck vor Ort machen. Du darfst Kunden nicht auffordern oder drängen, die Bewertung zu schreiben, während sie bei dir sind, und ihnen auch nicht vorgeben, was sie schreiben sollen, nicht einmal den Namen der Person, die sie bedient hat.

Erlaubt ist hingegen, alle zu bitten, von einer echten Erfahrung zu erzählen, ohne Gegenleistung. Google selbst empfiehlt, den Kunden einen Link oder einen QR-Code zu schicken, und weist darauf hin, dass eine Mischung aus positiven und negativen Bewertungen oft glaubwürdiger wirkt15. Fragen wirkt: In den USA haben 83% der Personen, die um eine Bewertung gebeten wurden, danach auch eine geschrieben13.

Tipp: so fragst du in der Praxis

  • Schick die Anfrage immer im gleichen Moment, mit der Rechnung oder mit der E-Mail zum Abschluss des Auftrags. An alle Kunden, ohne Auswahl.
  • Verwende den Link oder den QR-Code, den du in deinem Google Unternehmensprofil erstellst.
  • Schreib einen einfachen Satz: «Wie ist es gelaufen? Erzählen Sie es uns, das hilft uns, noch besser zu arbeiten.» Kein «wenn Sie zufrieden waren».
  • Antworte auf Bewertungen, zuerst auf die negativen: ruhig, ohne persönliche Daten des Kunden und mit deinem Namen unterschrieben.

Und sei vorsichtig, wenn dir jemand verspricht, «negative Bewertungen zu löschen». Melden kannst du eine Bewertung nur, wenn sie gegen die Regeln von Google verstösst, und darüber entscheidet Google15.

Die Antwort der KI über der Karte

Seit März 2025 erscheint in der Schweiz bei vielen Suchanfragen ganz oben eine Zusammenfassung, die die KI von Google schreibt: die KI-Übersicht16. Seit Oktober 2025 gibt es zudem den KI-Modus, in dem die Suche zum Gespräch wird17. Für lokale Suchanfragen heisst das: Noch vor der Karte kann bereits eine Antwort stehen.

Erscheint die Zusammenfassung, wird weniger geklickt: In den USA klicken die Leute dann etwa halb so oft auf die Ergebnisse18. Wer einen Dienstleister in der Nähe sucht, entscheidet oft schon beim Lesen der Antwort, ohne eine einzige Website zu öffnen.

Der Rohstoff ist aber derselbe wie immer. In seinem Leitfaden zur KI nennt Google ausdrücklich das Unternehmensprofil unter den Werkzeugen, um in generierten Antworten und in den klassischen Ergebnissen sichtbar zu sein11. Die Antwort entsteht aus dem, was Google findet: dein Profil, deine Bewertungen, deine Website. Für Fragen an ChatGPT und andere Assistenten findest du alles in unserem Leitfaden, wie du bei ChatGPT gefunden wirst.

Lokale SEO in einer Stunde pro Monat: die Liste

Du brauchst keine Marketingabteilung. Du brauchst eine Stunde im Monat, immer zur gleichen Zeit, fest in der Agenda eingetragen.

  1. Öffnungszeiten. Prüfe, ob sie auf Google, Bing, Apple Maps und local.ch stimmen. Trag vor jedem Feiertag, auch vor kantonalen, und vor den Betriebsferien die besonderen Öffnungszeiten ein.
  2. Bewertungen. Antworte auf die neuen. Prüfe, ob die Anfrage wirklich an alle Kunden des Monats rausgegangen ist.
  3. Fotos. Füge ein oder zwei echte Fotos hinzu: einen fertigen Auftrag, das Team, den Eingang. Google zählt sie zu den Dingen, die dem Profil helfen2.
  4. Dienstleistungen. Hast du eine Dienstleistung oder ein Gebiet dazugenommen, schreib es ins Profil und auf die Website, mit denselben Worten.
  5. Eine Testsuche. Such nach deiner Dienstleistung zusammen mit dem Namen deiner Gemeinde, auf Google und bei einem KI-Assistenten. Schau, wer erscheint und was über dich gesagt wird.

Einmal im Jahr gehst du zudem alle Orte aus der Tabelle oben einzeln durch. Dafür reicht ein Nachmittag.

Wenn du das lieber uns überlässt, gleichen wir mit der Feinabstimmung von AI Visibility deine Einträge ab: Google, Bing, Apple Maps, local.ch, search.ch, Facebook und die Portale oder Verbände deiner Branche. Dazu bereiten wir Link, QR-Code und Nachricht vor, mit denen du um Bewertungen bittest. Muss auch die Website neu gemacht werden, sind SEO-Grundlagen und Google-Indexierung in den Website-Paketen inbegriffen.

Der erste Schritt ist die kostenlose Beratung von 30 Minuten: Wir schauen gemeinsam, wie dich Google und die KI heute sehen. Lohnt sich die Arbeit daran in deiner Branche nicht, sagen wir dir das.

Quellen

  1. Search Engine Market Share Switzerland. StatCounter Global Stats, Daten vom August 2026.
  2. Tipps zur Verbesserung des lokalen Rankings bei Google. Google, Hilfe für Google Unternehmensprofil (abgerufen am 3. September 2026).
  3. Q&A API: change log. Google Business Profile APIs, Einträge vom 15. September und 3. November 2025.
  4. Google quietly kills Q&A for an AI button most won’t use. PPC Land, Fachportal, Dezember 2025.
  5. Ask Maps and Immersive Navigation: New AI features in Google Maps. Google, 12. März 2026.
  6. Ask Maps in Google Maps rolling out Personal Intelligence, real-time transit, global launch. 9to5Google, 6. August 2026.
  7. Introducing Apple Business: a new all-in-one platform for businesses of all sizes. Apple Newsroom, 24. März 2026.
  8. Apple Business feature availability. Apple Support, Liste der Länder und Funktionen (abgerufen am 3. September 2026).
  9. local.ch: reach and figures. localsearch (Swisscom Directories AG). Angaben des Anbieters: Mediapulse 2022, Google Analytics 2023.
  10. search.ch: reach and free basic entry. localsearch (Swisscom Directories AG). Angaben des Anbieters: Mediapulse 2022, Google Analytics 2023.
  11. Leitfaden von Google zur Optimierung für Funktionen mit generativer KI in der Google Suche (auf Italienisch). Google Search Central, aktualisiert am 10. Juli 2026.
  12. Introducing AI Performance in Bing Webmaster Tools Public Preview. Microsoft Bing, Blog für Webmaster, 10. Februar 2026.
  13. Local Consumer Review Survey 2026. BrightLocal, 11. Februar 2026. Umfrage unter 1’002 Erwachsenen in den USA.
  14. Richtlinien für nutzergenerierte Inhalte auf Maps: verbotene und eingeschränkte Inhalte. Google, Hilfe für Google Maps (abgerufen am 3. September 2026).
  15. Tipps für mehr Bewertungen. Google, Hilfe für Google Unternehmensprofil (abgerufen am 3. September 2026).
  16. We’re bringing the helpfulness of AI Overviews to more countries in Europe. Google, 25. März 2025.
  17. AI mode in Google Search is coming to Switzerland and Europe. blue News, 8. Oktober 2025.
  18. Google users are less likely to click on links when an AI summary appears in the results. Pew Research Center, 22. Juli 2025. Browserdaten von 900 Erwachsenen in den USA, März 2025.

Geschrieben von Alessandro Scerpella. Quellen geprüft am 3. September 2026. Dieser Artikel ersetzt keine Fachberatung: Wenn dir eine Angabe nicht stimmig erscheint, schreib uns an info@digitam.ch.

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