Bei ChatGPT gefunden werden: Leitfaden für Schweizer KMU.

Drei von vier Erwachsenen in der Schweiz nutzen bereits einen KI-Assistenten, und immer öfter fragen sie ihn nach einem Namen, statt bei Google zu suchen. Woher er diese Namen nimmt, was du selbst verbessern kannst und warum es den «ersten Platz» nicht gibt.

76%

der Erwachsenen in der Schweiz nutzen KI-Assistenten wie ChatGPT. 2024 waren es 49,7%.

Comparis / Innofact, 2026

Auf einen Blick

  • 76% der Erwachsenen in der Schweiz nutzen einen KI-Assistenten. Von allen, die Chatbots kennen, nutzen vier von zehn sie statt Google oder Bing.
  • Den «ersten Platz bei ChatGPT» gibt es nicht: Dieselbe Frage ergibt jedes Mal eine andere Liste. Entscheidend ist, in wie vielen Antworten du vorkommst.
  • Für Google bleibt es SEO, das schreibt Google selbst: eine gut lesbare Website, ein gepflegtes Unternehmensprofil, nützliche Inhalte. Keine Wunderdatei.

Dienstagabend. Jemand tippt in ChatGPT: «Ich suche ein Treuhandbüro im Mendrisiotto, das Italienisch und Deutsch spricht.» Als Antwort kommen drei Namen, mit je zwei Zeilen dazu. Deiner ist nicht dabei, obwohl du diese Arbeit seit zwanzig Jahren machst, zehn Minuten von seiner Haustür entfernt. Bei ChatGPT gefunden werden heisst heute: genau in diesem Moment dabei sein.

Die Szene ist erfunden, die Frage nicht. Hier erfährst du, wie viele Menschen in der Schweiz schon solche Fragen stellen, woher der Assistent die Namen nimmt und was du selbst verbessern kannst. Und etwas, das viele Anbieter verschweigen: Den ersten Platz garantiert dir niemand.

Wie viele in der Schweiz schon die KI fragen

Im März 2026 hat das Institut Innofact im Auftrag von Comparis 1’035 Erwachsene in allen Regionen der Schweiz befragt. 76,1% nutzen Tools wie ChatGPT: 2024 waren es noch 49,7%, 2025 dann 62,4%1.

4 von 10

Personen, die Chatbots kennen, nutzen sie statt der klassischen Suche bei Google oder Bing: 41,6%. 2024 waren es 27,2%.

Comparis / Innofact, 2026

Die Zahlen hängen davon ab, wie man fragt: Laut Bundesamt für Statistik nutzten 47% der Bevölkerung im Jahr 2025 generative KI, und die Schweiz liegt damit in Europa auf Platz drei, hinter Norwegen und Dänemark2. Die Aussage bleibt: Ein grosser Teil deiner Kundschaft stellt ihre Fragen schon heute einer Maschine.

Auch die Fragen haben sich verändert. Der KI-Modus von Google, in dem die Suche zum Gespräch wird, ist in der Schweiz seit Oktober 2025 verfügbar3, und die ersten Nutzer schrieben Fragen, die «zwei- bis dreimal länger» waren als eine klassische Suche4. Nicht mehr «Sanitär Lugano», sondern «Sanitär in Lugano, der morgen früh kommen kann, weil der Boiler leckt»: eine Frage, die nach wenigen Namen verlangt, nicht nach zehn Links.

In den USA haben 45% der Konsumenten ChatGPT oder ähnliche Tools schon nach einem Betrieb in ihrer Nähe gefragt, ein Jahr zuvor waren es 6%5. Für die Schweiz haben wir keine vergleichbare Zahl gefunden.

Woher ein KI-Assistent die Namen nimmt

Ein KI-Assistent hat kein Verzeichnis der Schweizer Firmen. Wenn du ihn nach einem Namen fragst, findet er ihn auf einem von zwei Wegen: aus dem Gedächtnis, mit dem, was er beim Training gelesen hat, oder mit einer Websuche, während er antwortet.

Die zwei Wege eines KI-Assistenten
MerkmalAus dem GedächtnisMit Websuche
Woher die Namen kommenAus Texten, die er bis zum Ende des Trainings gelesen hatAus Seiten, die er heute findet und liest
Der Crawler von OpenAIGPTBotOAI-SearchBot
Wie viel du beeinflussen kannstWenig, und nur langsamViel: Website, Einträge, Bewertungen
Die Namen der Crawler stammen aus der Dokumentation von OpenAI. Der Rest des Vergleichs ist von uns.

Für ein lokales Unternehmen zählt vor allem der zweite Weg, denn Fragen wie «Wen empfiehlst du mir in Bellinzona?» brauchen aktuelle Informationen. OpenAI schreibt, dass Websites, die seinen Crawler OAI-SearchBot blockieren, in den Suchantworten von ChatGPT nicht gezeigt werden: Sie können höchstens als einfache Navigationslinks erscheinen6.

Ähnlich arbeitet Google bei den KI-Übersichten, die in der Schweiz seit März 2025 ganz oben in den Suchergebnissen erscheinen7. Google holt die Seiten aus seinem Index, mit denselben Systemen, die auch die normalen Ergebnisse ordnen, und schreibt daraus die Antwort. Oft startet die Suchmaschine von sich aus weitere Suchen, die mit der Frage zusammenhängen: Google nennt das query fan-out, auf Deutsch «parallele Anfrageverarbeitung»8. Bei «Physiotherapeut in Chiasso, der auch Hausbesuche macht» sucht sie womöglich auch nach Öffnungszeiten, Bewertungen und Einzugsgebiet.

Neben deiner Website liest die KI auch, was andere über dich schreiben: Einträge, Verzeichnisse, Bewertungen, Artikel, Foren. Für lokale Betriebe sagt Google es klar: Das Unternehmensprofil hilft, sowohl in den Antworten der KI als auch in den normalen Ergebnissen zu erscheinen8. Deshalb hört die Arbeit nicht bei der Website auf.

Den «ersten Platz bei ChatGPT» gibt es nicht

Viele GEO-Angebote (Generative Engine Optimization, also die Arbeit dafür, in den Antworten der KI aufzutauchen) versprechen, dich bei ChatGPT ganz nach oben zu bringen. Bevor du unterschreibst, schau dir an, was die amerikanische Firma SparkToro gemessen hat.

Im Januar 2026 haben sechshundert Freiwillige ChatGPT, Claude und der KI von Google dieselben Empfehlungsfragen gestellt, insgesamt 2’961 Mal9. Stellst du ChatGPT oder der KI von Google zweimal dieselbe Frage, liegt die Wahrscheinlichkeit, dieselbe Liste von Marken zu bekommen, unter 1%. In derselben Reihenfolge etwa einmal in tausend Fällen.

Bei ChatGPT kletterst du in keiner Rangliste nach oben. Du erscheinst öfter, oder seltener.

Für die Forschenden zählt deshalb, in welchem Anteil der Antworten du vorkommst, gemessen über viele wiederholte Fragen, und nicht die Position in einer Rangliste. Auch Google warnt vor Tools, die Ranking-Erfolg versprechen oder angeblich «interne» Google-Messwerte verwenden: «Kein Drittanbietertool hat Zugriff auf unsere internen Ranking- oder KI-Systeme»8.

Wenn dir jemand den ersten Platz garantiert, frag, wie er ihn misst. Wir geben diese Garantie nicht, und das schreiben wir auch in den häufigen Fragen zur AI Visibility.

Für Google bleibt es SEO (sagt Google selbst)

Im Juli 2026 hat Google seinen Leitfaden für alle aktualisiert, die in den KI-Übersichten und im KI-Modus erscheinen wollen. Der nützlichste Satz darin ist dieser.

«Aus Sicht der Google Suche ist die Optimierung für die Suche mit generativer KI eine Optimierung für die Suche insgesamt und damit weiterhin SEO.»

Google Search Central, Leitfaden zur Optimierung für generative KI-Funktionen Google, 2026

Im selben Leitfaden zählt Google auf, was du dir für seine Suche sparen kannst8:

  • Dateien «für die KI», wie llms.txt. Die Google Suche verwendet sie nicht, weder positiv noch negativ. Andere Dienste lesen sie vielleicht (unsere Website hat eine), aber für Google ändern sie nichts.
  • Texte für die KI zerstückeln oder umschreiben, oder für jede Variante derselben Frage eine eigene Seite bauen. Wer das tut, um die Antworten zu manipulieren, macht in den Augen von Google Spam.
  • Strukturierte Daten als Abkürzung. Gemeint ist der Code, der dein Unternehmen den Suchmaschinen beschreibt: Für die KI braucht es ihn nicht, für die normale SEO bleibt er nützlich.

Dazu kommt: Die KI-Übersicht nimmt den Websites Klicks weg.

8%

der Besuche enden mit einem Klick auf ein Ergebnis, wenn Google eine KI-Übersicht zeigt.

Pew Research, 2025 (USA)

15%

ohne KI-Übersicht. Auf Links, die in der Übersicht selbst zitiert werden, wird bei 1% der Besuche geklickt.

Pew Research, 2025 (USA)

Das sind amerikanische Daten vom März 2025, aus dem Surfverhalten von 900 Erwachsenen10; für die Schweiz gibt es keine seriösen öffentlichen Zahlen. Wenn die Antwort genügt, bleibt der Klick aus. Darum ist es wichtig, als Name in der Antwort vorzukommen, und nicht nur als Link darunter.

Was hilft, damit man zitiert wird? Dazu gibt es zumindest eine seriöse Studie, die Forschende der Princeton University und des Indian Institute of Technology Delhi 2024 an der Wissenschaftskonferenz KDD vorgestellt haben. Mit Quellen, Zitaten und Zahlen stieg die Sichtbarkeit eines Textes in den Antworten der KI um bis zu 40%; ihn mit Keywords vollzustopfen, brachte fast nichts11. Es ist ein Laborexperiment, keine Garantie. Die Richtung ist aber klar: Die KI zitiert gern, wer Fakten und Zahlen liefert.

Bei ChatGPT gefunden werden: fünf Dinge, die du selbst tun kannst

Das schaffst du selbst, ohne Agentur, in ein paar Stunden.

  1. Öffne den KI-Crawlern die Tür. Gib im Browser die Adresse deiner Website ein, gefolgt von /robots.txt. Steht dort «Disallow: /» unter OAI-SearchBot oder unter dem Sternchen, das für alle gilt, kann ChatGPT dich in seinen Suchantworten nicht zeigen. Die Korrektur ist eine einzige Zeile, und OpenAI übernimmt sie in etwa 24 Stunden6. Läuft deine Website über Cloudflare, schau auch dort nach: Seit Juli 2025 fragt Cloudflare bei jeder neuen Domain, ob die Programme hereindürfen, die Websites im Auftrag der KI lesen12.
  2. Verwende überall dieselben Angaben. Name, Adresse, Telefonnummer und Öffnungszeiten identisch auf der Website, bei Google, auf local.ch und auf search.ch. Trag dich auch bei Bing Places ein: Laut Microsoft hilft das, diese Angaben aktuell und für die Antworten der KI nutzbar zu halten13.
  3. Beantworte die Fragen, die wirklich gestellt werden. Eine Seite mit den Fragen, die man dir am Telefon stellt, und der Antwort darunter: Richtpreise, Einzugsgebiet, Wartezeiten. Schreibst du selbst, was eine Badsanierung in Locarno kostet, hat die KI etwas zum Zitieren. Genau das verlangt Google: Inhalte, die mehr sagen als das, was man überall findet8.
  4. Bitte alle Kunden um eine Bewertung. Auch die, die sich beschweren könnten, und ohne Rabatt als Gegenleistung: Die Richtlinien von Google verbieten sowohl Anreize als auch Anfragen, die sich nur an zufriedene Kunden richten14. Ein Link oder ein QR-Code auf der Rechnung genügt.
  5. Mach den Test mit zehn Fragen. Schreib zehn Fragen so, wie sie einer deiner Kunden stellen würde, und stell sie ChatGPT, Gemini, Perplexity und Google, je dreimal. Notier, wer genannt wird, und zähl, wie oft du dabei bist. Wiederhol den Test in drei Monaten.

Der Test am Beispiel einer Physiopraxis

Nehmen wir eine Physiotherapiepraxis in Chiasso. Zwei ihrer zehn Fragen:

  • «Physiotherapeut in Chiasso, der auch Hausbesuche macht»
  • «Wer behandelt im Mendrisiotto Rückenschmerzen vom Sitzen am Schreibtisch, auch am Samstag?»

Bei ChatGPT ergibt das dreissig Antworten, und die Praxis erscheint in vier davon: 13%. Entscheidend ist der Trend: In drei Monaten wiederholt, zeigt der Test, ob die Arbeit etwas bringt.

Für weniger handgestrickte Zahlen gibt es zwei kostenlose Tools: den Bericht zur generativen KI in der Search Console8 und, seit Februar 2026, den Bericht in den Bing Webmaster Tools, der zählt, wie oft Copilot und die KI-Antworten von Bing deine Seiten zitieren13.

Wann sich Hilfe lohnt, und wann nicht

Die fünf Punkte oben sind die Basis. Die aufwendige Arbeit kommt danach: herausfinden, aus welchen Websites die KI in deiner Branche ihre Informationen holt, und dort präsent sein, Seiten schreiben, die echte Antworten geben, und jede Woche dieselben Fragen im Vergleich zur Konkurrenz verfolgen.

Genau dafür gibt es unsere Dienstleistung AI Visibility. Am Anfang steht eine kostenlose Analyse: Wir schauen, wie dein Unternehmen heute in den Antworten der KI erscheint und wo es Verbesserungspotenzial gibt. Danach setzt die Feinabstimmung bei Website, Inhalten, Daten, externer Präsenz und Technik an, zu einem Preis, der nach der Analyse festgelegt wird. Wie der Einstieg läuft, steht auf der Seite zur AI Visibility.

Wann es sich nicht lohnt

  • Du arbeitest mit fünf Stammkunden und suchst keine weiteren. Dann sucht dich auch niemand bei ChatGPT, und das ist in Ordnung.
  • Deine Aufträge kommen nur aus öffentlichen Ausschreibungen. Dort entscheidet die Ausschreibung, nicht ein KI-Assistent.

Ist deine Website alt oder lässt sie sich nicht bearbeiten, fang dort an: Eine neue Website mit Basis-SEO gibt es ab CHF 890. Wo du heute stehst, erfährst du in der kostenlosen Beratung von 30 Minuten.

Quellen

  1. Medienmitteilung: Bereits drei Viertel der Bevölkerung nutzen KI-Helfer wie ChatGPT & Co. Comparis, Umfrage von Innofact bei 1’035 Erwachsenen in allen Regionen (März 2026), Medienmitteilung vom 2. April 2026.
  2. Verwendung generativer KI durch die Bevölkerung im Jahr 2025. Bundesamt für Statistik (BFS), 21. April 2026.
  3. AI mode in Google Search is coming to Switzerland and Europe. blue News, 8. Oktober 2025 (auf Englisch).
  4. AI Mode arriva anche in Italia! Blog von Google Italien, 8. Oktober 2025 (auf Italienisch).
  5. Local Consumer Review Survey 2026. BrightLocal, 11. Februar 2026. Umfrage bei 1’002 Erwachsenen in den USA (auf Englisch).
  6. Overview of OpenAI Crawlers. OpenAI, Dokumentation für Entwickler (abgerufen am 11. August 2026, auf Englisch).
  7. We’re bringing the helpfulness of AI Overviews to more countries in Europe. Google, 25. März 2025 (auf Englisch).
  8. Leitfaden von Google zur Optimierung für generative KI-Funktionen in der Google Suche. Google Search Central, aktualisiert am 10. Juli 2026.
  9. New research: AIs are highly inconsistent when recommending brands or products. Rand Fishkin, SparkToro, 28. Januar 2026. 600 Freiwillige, 2’961 Durchläufe mit ChatGPT, Claude und der KI von Google (auf Englisch).
  10. Google users are less likely to click on links when an AI summary appears in the results. Pew Research Center, 22. Juli 2025. Surfdaten von 900 Erwachsenen in den USA, März 2025 (auf Englisch).
  11. GEO: Generative Engine Optimization. P. Aggarwal, V. Murahari, T. Rajpurohit, A. Kalyan, K. Narasimhan, A. Deshpande (Princeton University und Indian Institute of Technology Delhi). Konferenz KDD 2024 (auf Englisch).
  12. Cloudflare Just Changed How AI Crawlers Scrape the Internet at Large. Cloudflare, Medienmitteilung, 1. Juli 2025 (auf Englisch).
  13. Introducing AI Performance in Bing Webmaster Tools Public Preview. Microsoft Bing, Webmaster-Blog, 10. Februar 2026 (auf Englisch).
  14. Verbotene und eingeschränkt zulässige Inhalte (Richtlinien für von Maps-Nutzern veröffentlichte Inhalte). Google, Hilfe zu Google Maps (abgerufen am 11. August 2026).

Geschrieben von Alessandro Scerpella. Quellen geprüft am 11. August 2026. Dieser Artikel ist keine Beratung: Falls dir eine Zahl nicht stimmig vorkommt, schreib uns an info@digitam.ch.

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